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DIGITALES ERFOLGSKONZEPT? VOR- UND NACHTEILE DES HOME-OFFICE

TIPPS | 6 MIN. LESEZEIT

25.05.2022
Autorin: Sinja Burgemeister


Home-Office: Zu Deinem Vor- oder Nachteil? 

Auf LinkedIn haben wir eine Umfrage zum Thema Home-Office durchgeführt - das Ergebnis überraschte: lediglich 2% der 474 Teilnehmenden wollen ausschließlich im Büro arbeiten. Die meisten Stimmen mit 54% bekam die Hybrid-Lösung mit mindestens 50% Home-Office-Anteil. 24% möchten maximal die Hälfte der Arbeitszeit von Zuhause arbeiten, 20% wiederum nur im Home-Office. Doch warum fällt das Ergebnis gerade jetzt, wo viele Unternehmen die Rückkehr ins Büro anstreben, so aus? Wo liegen die Vor- und Nachteile des Home-Office? Diesen Themen sind wir nachgegangen und haben uns auf die die Suche nach einer Erklärung für die überwiegend positive Einstellung gegenüber der Arbeit außerhalb der Büroräume gemacht.  

EINE FRAGE DER DEFINITION: HOME-OFFICE UND MOBILES ARBEITEN

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Am meisten verbreitet, wenn es darum geht, die Arbeitsweise zu beschreiben die außerhalb des Büros stattfindet ist das Wort „Home-Office“. Doch nicht in allen Fällen ist damit auch das Home-Office in seiner ursprünglichen Bedeutung gemeint. Denn mit Home-Office wird auch häufig mobiles Arbeiten assoziiert – diese zwei Begriffe existieren allerdings nebeneinander und definieren jeweils eine andere Form der Arbeit. 

1. HOME-OFFICE

Home-Office, auch Telearbeit genannt, ist eine flexible Arbeitsform, bei der die Beschäftigten ihre Arbeit vollumfänglich oder teilweise aus dem privaten Umfeld heraus ausführen. Im Home-Office erfolgt die Arbeitsleistung an einem fixen Arbeitsort: Und zwar in der Wohnung der Arbeitnehmenden. Dafür wird vom Arbeitgebenden Unternehmen ein fester Arbeitsplatz eingerichtet, der Laptop, Bildschirm, Maus, Tastatur und sogar die Büroausstattung umfasst.

2. MOBILES ARBEITEN

Beim mobilen Arbeiten sind die Beschäftigten hinsichtlich der Wahl ihres Arbeitsortes nicht auf die Wohnung beschränkt. Es ist also eine Form des ortsunabhängigen Arbeitens. Mitarbeitende, die mobil arbeiten, haben dabei keinen festen Arbeitsplatz – weder im Büro noch zu Hause. Sie erbringen ihre Leistung, ohne dass der Arbeitsplatz vorgegeben ist. So können sie genauso gut von einem Café, einem Co-Working Space oder vom Strand aus arbeiten. 

DER REALITY-CHECK: VOR- UND NACHTEILE DES HOME-OFFICE

Da der Zuspruch für Home-Office in der Gesellschaft groß ist, stellt sich die Frage, was eigentlich in der Realität überwiegt: die Vor- oder Nachteile des Home-Office? Zwar bietet die Digitalisierung völlig neue Möglichkeiten, um flexibel und ortsunabhängig zu arbeiten, doch ist die Arbeitsweise im Home-Office auch eine Typfrage – und persönliches Empfinden. Denn gewisse Vorteile treffen nicht auf alle Arbeitnehmenden zu und manche Nachteile kommen, je nach Einstellung und Voraussetzung, mehr oder weniger zum Tragen. Zudem ist die Möglichkeit des Home-Office selbstverständlich auch abhängig davon, ob das Jobprofil die Arbeit außerhalb des Büros überhaut zulässt. Ist das gegeben, lassen sich folgende Vor- und Nachteile für die Arbeit im Home-Office zusammenfassen. 

WAS SPRICHT DAFÜR? GUTE GRÜNDE FÜR HOME-OFFICE

STEIGERUNG DER WORK-LIFE-BALANCE

Kurz vor der Arbeit noch den Nachwuchs zur Schule oder in den Kindergarten bringen, in der Mittagspause mit dem Hund rausgehen und sobald der Laptop zugeklappt ist in den Freizeitmodus wechseln: Im Home-Office lässt sich privates und der Arbeitsalltag nach den jeweiligen Bedürfnissen freier gestaltet. Und Pausen effizienter nutzen.

WOHLFÜHLFAKTOR UND STRESSREDUKTION

Im Büro existieren vorbereitete Arbeitsbereiche, vorgaben zur Gestaltung des Arbeitsplatzes und teilweise auch eine Kleiderordnung. Der Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden kann so gestaltet werden, wie es den Arbeitnehmenden gefällt. Ob Familienfotos, Pflanzen oder Ausblick – wo man sich wohlfühlt steigt auch die Stressresistenz.

KOSTENREDUKTION UND ZEITERSPARNIS

Wer sich den Weg in die Arbeit spart, spart doppelt: Sowohl Fahrtkosten als auch Zeit. Kein langes Warten im Stau auf dem Weg zum Bürojob, keine Rush-Hour oder keine Wartezeit sowie Ausfälle bei öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu kommt der Kostenfaktor für Monatskarten bzw. Sprit und Verschleiß. Im Home-Office kann Geld gespart werden.

ERHÖHTE PRODUKTIVITÄT

Die Kolleg:innen fragen nach einer Kaffeepause, der Drucker des Großraumbüros rattert durchgehend oder das Telefon klingelt alle fünf Minuten. Die Arbeit im Büro kann ablenkend und stressig sein. Hier punktet das Home-Office: Denn Ablenkungen lassen sich leichter umgehen beziehungsweise reduzieren. Das steigert die Produktivität.

POSITIVE WIRKUNG AUF EMPLOYER BRANDING

Flexibilität nimmt einen hohen Stellenwert bei Arbeitnehmenden ein. Daher ist die Option auf Home-Office mittlerweile zum Employer Branding Instrument von Unternehmen geworden. Wer qualifizierte, zufriedene Mitarbeiter:innen gewinnen und halten will, sollte Home-Office integrieren. Und ganz nebenbei erweitert sich damit auch der Radius für die Suche nach Personal.

FÖRDERUNG DER VERTRAUENSKULTUR

Mit der räumlichen Distanz zwischen Arbeitnehmenden und Vorgesetzten geht auch automatisch ein Kontrollverlust einher. Das Vertrauen muss also auf beiden Seiten wachsen, um eine Basis der effizienten Zusammenarbeit zu finden. Auf Dauer wirkt sich die distanzierte Arbeitsweise also positiv auf die Vertrauenskultur aus.

WAS SPRICHT DAGEGEN? NEGATIVE ASPEKTE DES HOME-OFFICE

ERFORDERT DISZIPLIN

Die Eigenmotivation und Selbstkontrolle nehmen im Home-Office verglichen mit der Arbeit im Büro einen wichtigeren Stellenwert ein. Da aufgrund der räumlichen Distanz zum Beispiel Abstimmungen länger dauern oder der Austausch mit Kolleg:innen weniger intensiv ist.

BEEINFLUSST DEN TEAMSPIRIT

Fakt ist, der direkte Kontakt mit Kolleg:innen sinkt durch die Arbeit im Home-Office. Teilweise kennen sich Arbeitnehmende untereinander nicht mehr persönlich - was wiederum den Teamspirit und Zusammenhalt sowie die Unternehmensbindung negativ beeinflussen kann.

TECHNISCHE ANFORDERUNGEN

Im Normalfall ist es die Aufgabe der Unternehmen, ihren Mitarbeitenden alle nötigen Mittel für die Arbeit im Home-Office bereitzustellen. Ist dies gegeben, liegt es an den Arbeitnehmenden, sich in ihren Wohnräumen einen Arbeitsplatz einzurichten und dafür den nötigen Raum zu stellen.

SOZIALE ISOLATION

Nicht jede Person ist dafür gemacht im Home-Office zu arbeiten. Wo sich manche Arbeitnehmende ungestört fühlen und besser konzentrieren können, fühlen sich andere einsam, da der direkte Kontakt zu Kolleg:innen wegfällt. Virtueller Austausch ist distanzierter.

KOORDINATIONS- UND ORGANISATIONSAUFWAND

Effiziente Teamarbeit sowie die Bereitstellung von Dokumenten, Wissen und die Verteilung von To-Dos bedarf bei digitaler Zusammenarbeit im Home-Office deutlich mehr Koordinationsaufwand. Zudem erfordern die Arbeitskontrolle und Zielerreichung Organisationstalent auf beiden Seiten.

HOHE ANFORDERUNG AN DATENSICHERHEIT

Wo Dokumente und firmeninterne Informationen digital bereitgestellt werden, ist auch die Datensicherheit betroffen. Sowohl die Ablage von Dokumenten als auch die Freigabe bedarf erhöhte und funktionale Sicherheitssysteme, um unberechtigte Zugriffe auf sensible Daten zu vermeiden.

VIRTUELLE FÜHRUNG: ERFOLG IM HOME-OFFICE

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Virtuelles Führen im Homeoffice via Zoom, Teams und Co. ist für viele Unternehmen noch recht neu. Und für Führungskräfte ebenso. Um also die negativen Aspekte des Home-Office zu minimieren oder erst gar nicht aufkommen zu lassen, muss sich die virtuelle Teamleitung, von der bisher gelebten, in einigen Punkten unterscheiden.

  • 1. HINTERGRÜNDE KENNEN, UMSTÄNDE ANERKENNEN

    Individuelle Arbeitnehmende heißt unterschiedliche persönliche und räumliche Voraussetzungen. Führungskräfte sollten im Hinterkopf behalten, dass sich die Gegebenheiten im Home-Office unterscheiden und damit auch die Arbeitsweisen betreffen. Arbeitszeit, Meeting-Kultur und Deadlines sollten daher flexibel angepasst werden und individuelle Freiräume erlauben.  

  • 2. STRESSLEVEL STEUERN

    Die distanzierte Arbeitsweise im Home-Office und der fließende Übergang zwischen Arbeits- und Privatleben steigert das Stresslevel, beziehungsweise lässt ein hohes Ausmaß an Stress länger unentdeckt. Umso wichtiger ist es, regelmäßig nach dem Empfinden und der Auslastung der Arbeitnehmenden zu fragen und aktiv Entspannungsphasen sowie die Einhaltung der Arbeitszeit zu fördern. 

  • 3. KOMMUNIKATION ANREGEN & REGELN

    Damit weder Einsamkeit noch Abstimmungsschwierigkeiten auftreten, können Führungspersonen den Austausch im Team aktiv fördern. So etwas mit Coffee-Dates, regelmäßigen Abstimmungen via Video-Calls und virtuellen Teamevents. Räumliche Distanz kann durch gute teamorientierte Führung überwunden werden. Kommunikation und gelebte Transparenz ist hier das A und O.

  • 4. NEUE TECHNOLOGIEN NUTZEN

    Auf dem Laufenden bleiben: Unternehmen sollten sich regelmäßig über neue Tools und Technologien zur Verbesserung der Arbeit im Home-Office informieren. Der Trend hat erst jetzt richtig begonnen und neue Instrumente, die die tägliche Arbeit aber auch das Onboarding bei digitaler Arbeit vereinfachen kommen regelmäßig auf den Markt.  

  • 5. ERWARTUNGEN & VERANTWORTUNGEN DEFINIEREN

    Unstimmigkeiten und Ineffizienz können auch auf Distanz vermieden werden. Indem Teamleitende ihre Erwartungen an das Teammitglieder klar kommunizieren und verantwortliche Personen für gewisse Bereiche und Aufgaben festlegen. Das erleichtert zum einen die Erfolgskontrolle sowie Messbarkeit und führt zudem zu strukturierterer digitaler Zusammenarbeit. 

  • 6. ZIELE FESTLEGEN

    Um die Motivation der Mitarbeitenden und das Wir-Gefühl zu steigern, ist es umso wichtiger Ziele klar zu definieren. Denn nur dann kann effektiv und effizient an der Erreichung dieser gearbeitet werden und Erfolgserlebnisse generiert werden. Ein guter Nebeneffekt: Das Endergebnis spricht für sich und macht die laufende Kontrolle von Mitarbeitenden überflüssig. 

Nichts verpasst – zusammengefasst:

Die allgemeine Einstellung gegenüber Home-Office unter Arbeitnehmenden ist positiv. Immer weniger Personen sehen einen Sinn dahinter, die Arbeit ausschließlich im Büro zu erledigen. Doch neben den Vorteilen des Home-Office wie Kostenreduktion, Zeitersparnis, Flexibilität und bessere Work-Life-Balance führt die Arbeit im virtuellen Raum auch zu mehr Organisationsaufwand, sozialer Isolation und einem geringen Teamspirit. Damit das Home-Office auf lange Sicht erfolgversprechend für Unternehmen und Arbeitnehmende ist, sollte sich der Führungsstil den neuen Gegebenheiten der Arbeit im Home-Office anpassen. Stichwort: Kommunikation anregen, neue Technologien nutzen und Ziele klar definieren. So kann die Arbeit im Home-Office zum Erfolgskonzept der Zukunft werden.  

Ich lebe in Innsbruck und bin Redakteurin an der IU Akademie. Ich liebe gute Magazine, das Schreiben und die Berge - ob im Sommer zum Wandern oder im Winter auf der Piste. Wenn es für mich mal nicht in die Natur geht, rolle ich auch gerne die Yogamatte aus oder tausche die Tastatur des Laptops gegen die Tasten am Klavier.
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Sinja Burgemeister
Autorin & Redakteurin IU Akademie
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