Digitale Transformation: Potentiale erkennen

TRENDS | 4 MIN. LESEZEIT

07.10.2021
Von Sinja Burgemeister


Den Wandel erleben, begleiten und gestalten. 

Mit der Digitalisierung zu gehen, ist nicht nur ausschlaggebend, um in Zukunft wirtschaftlich als Unternehmen mithalten zu können. Auch als Privatperson sollte die digitale Transformation thematisiert werden. Denn was für die Wirtschaft gilt, gilt auch für die Gesellschaft: Unser Leben, die Jobs und Perspektiven richten sich neu aus. Eine Transformation findet statt und dieser Prozess steht längst nicht mehr am Anfang - eigentlich sind wir schon mittendrin. Doch wie wird digitale Transformation eigentlich definiert? Was steckt alles dahinter? Und inwiefern könnte dieser Wandel die persönlichen Karriereziele beeinflussen? Wir blicken in die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft und stellen fest: Die Digitale Transformation hat viel zu bieten.

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Die digitale Transformation – eine Definition.

Um die „Digitale Transformation“ wirklich zu verstehen, muss zu Beginn eine Definition her. Wie es das Gabler Wirtschaftslexikon formuliert, bezeichnet der Begriff der Transformation eine „Wandlung von Form, Struktur oder Gestalt mit oder ohne Inhalts- und Substanzverlust von einem Ausgangs- in einen Zielzustand“. Kurz gesagt: Die Transformation ist der Prozess der Veränderung eines Ist- zu einem Soll-Zustand. Übertragen auf die Digitalisierung ergibt die Kombination beider Wörter also einen Veränderungsprozess hervorgerufen durch digitale Technologien. Dieser Veränderungsprozess inkludiert einerseits die Reorganisation von Geschäftsmodellen bzw. -prozessen, also die Anpassung von Fähigkeiten und Ressourcen an digitale Möglichkeiten. Und beschreibt andererseits den Wandel gesellschaftliche Prozesse: Neue Technologien werden zu Gewohnheiten und Bedürfnissen des täglichen Lebens - unabhängig der Altersgruppe.  

Um die digitale Transformation greifbarer zu machen, ein paar Beispiele solcher Prozesse, die bereits zum Alltag vieler Menschen gehören: Darunter fallen die Nutzung von Social Media, Smart Home Technologien oder alle Smart Devices, sowie Streamingdienste - sei es für Musik oder TV. Diese Dinge sind aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr weg zu denken - und waren früher in einer anderen Form vorhanden. Sie haben also einfach bestehende Systeme abgelöst – oder auch: transformiert. Was früher der Kabelfernseher war ist heute der Streaming-Anbieter. Wo vor wenigen Jahren noch ein Lichtschalter war, wird heute in die Hände geklatscht oder mit Diensten wie zum Beispiel Alexa und Siri geredet, um die Beleuchtung der eigenen vier Wände zu steuern. Die digitale Transformation ist überall – doch wie gehen Unternehmen damit um?

Wie Unternehmen transformieren

Nicht nur vielen private und gesellschaftliche Prozesse werden ins digitale Zeitalter transformiert, auch die Wirtschaft steckt mitten im Wandel. Und damit auch die Unternehmen. Denn diese müssen im Zuge der Digitalisierung bestehende Prozesse anpassen und durch effizientere, digitale Lösungen ersetzen. Warum das so ist? 

Für die digitale Transformation gibt es unternehmensinterne als auch -externe Treiber. Zu den externen Treibern zählen die Ansprüche der Kund:innen, die sich mit der Zeit verändert haben. Wer zuhause bereits mit der Digitalisierung geht, fordert das im Konsum- und Dienstleistungsverhalten ebenso ein. Da der Kunde immer König bleibt und sich deren Erwartungshaltung verändert, müssen Organisationen auf Schnelligkeit, Innovation und Disruption ihrer Geschäftsmodelle setzen. Beispiele hierfür sind Amazon, Ebay, Uber, Spotify und Netflix. Alles Unternehmen die, dank ihrer digitalen Geschäftsmodelle und Anpassungsfähigkeit, sehr gut performen. Diese Unternehmen schaffen es, die neuen Wünsche der Gesellschaft zu erfüllen und einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen, der die alteingesessenen Unternehmen ins Schwanken bringen kann.  

Interne Treiber hingegen entstehen innerhalb der Organisation und beschreiben Anpassungen zur verbesserten Leistungserstellung und -fähigkeit im Unternehmen. Beispiele dafür sind Outsourcing-Vorhaben oder die Neudefinition von Kernkompetenzen ohne erkennbare externe Einflüsse. Sie dienen meist der effizienteren, zeitgemäßen Arbeitsweise.  

Wunsch und Bedarf zur digitalen Transformation sind da, doch wie kann solch ein Prozess in Unternehmen stattfinden?  

Erst der Plan, dann die Transformation.

Eine allgemeine Anleitung, wie eine digitale Transformation in Unternehmen erfolgreich angestoßen und umgesetzt werden kann, gibt es nicht. Denn jedem Wandel liegt eine unterschiedliche Ausgangssituation zu Grunde.

Doch die folgenden drei Anhaltspunkte, können dabei helfen:

Möglichkeiten verstehen
Um die Chancen der digitalen Transformation für die eigene Organisation zu verstehen, sollte vorab die eigene Branche, die Konkurrenz und das jeweilige Unternehmen hinsichtlich der bestehenden Prozesse analysiert werden. Das dient als Basis, um Veränderungen, die wirklich machbar sind, zu identifizieren. Die Endergebnisse dieses Schrittes stellen dann die strategischen Ziele der Transformation dar.
Einen messbaren Plan erarbeiten
Dem Verständnis folgt die Erstellung eines realistischen und detaillierten Plans. Hierfür lohnt es sich, alle Beteiligten - Mitarbeitende, die Führungsebene, Shareholder und Stakeholder - mit ins Boot zu holen, damit das Projekt nicht aus dem Ruder läuft und der Change Prozess gemeinsam gestaltet wird. Auch sollten im Vorhinein Metriken festgelegt werden, die es ermöglichen, den Erfolg in den wichtigsten Phasen des Plans festzustellen. Und bei Misserfolg rechtzeitig gegenzusteuern.
Den Prototyp testen, analysieren und umsetzen
Um vor der Umstellung auf mögliche Fehler oder Probleme aufmerksam zu werden, sollte ein Prototyp entworfen werden. Dieser liefert in einem fiktiven Szenario Informationen zu den Herausforderungen und Vorteilen in der realen Welt. Besteht der Prototyp den Test, kann dieser auf eine geordnete Art und Weise umgesetzt werden. Dabei ist es wichtig, dass alle betroffenen Benutzer:innen die Ziele der Änderungen, die sie betreffen, verstehen und darin geschult werden.

So sieht also die theoretische Umsetzung des Wandels aus. Doch wer übernimmt eigentlich die Verantwortung solch einer digitalen Transformation in Organisationen? Ist diese nur ein kurzes Projekt oder ein Prozess, der eventuell sogar neue Berufsfelder schafft? 

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Zukunftsjobs der Transformation: Neue Wege, neue Berufe?

Die bereits beschriebenen Prozesse in Unternehmen passieren nicht von allein. Es bedarf ausgebildeter Fachkräfte, die mit ihrem Know-how die Organisationen in Richtung Digitalisierung lenken sowie das Change-Management übernehmen, alle Mitarbeitenden einbeziehen und lenken. Um die Transformation voranzutreiben sowie laufend zu adjustieren: Und dafür mussten neue Jobs geschaffen werden. Berufsfelder wie „Digital Transformation Analyst“, „Digital Transformation Lead“ oder „Consultant Digital Transformation“ – sie alle haben eins gemeinsam: Ohne den digitalen Wandel würde es diese Berufe nicht geben. Wie bei der Recherche auf bekannten Online-Jobplattform auffällt, häufen sich die Ausschreibungen solcher Berufe. Und damit sind nicht kurzfristige, projektbezogene Positionen gemeint, sondern nachhaltige Festanstellungen: Nach dem Projektanstoß folgt die Umsetzung, nach der Umsetzung die Analyse sowie Überwachung und danach die stetige Anpassung. Denn der digitale Wandel ist ein anhaltender Prozess, der alle Ebenen im Unternehmen durchläuft und auch in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beeinflusst. 

Um diese neuen Berufe ausüben zu können, bedarf digitales Know-how. Personen mit Projektmanagement-Erfahrungen oder Menschen, die bereits die Leitung von Teams übernommen haben, können genauso die Digitale Transformation vorantreiben wie digital versierte Quereinsteiger:innen. Denn auf dem vorhanden Wissen und der Berufserfahrung lässt sich aufbauen und Skill Gaps lassen sich schließen – zum Beispiel in Form einer Weiterbildung im Bereich Digitalisierung. Da sich die digitalen Prozesse sehr schnell verändern, erfreuen sich Weiterbildungen immer größerer Beliebtheit. Nicht nur unter den Arbeitssuchenden, die sich neu aufstellen möchten - auch Unternehmen sehen die Vorteile zeitgemäßer Upskilling Maßnahmen, die sich immer wieder an den Arbeitsmarkttrends orientieren. Denn sie adaptieren schnell die neuen Ansprüche und lehren diese in kürzester Zeit. Ein Punkt, der vor allem für Arbeitssuchenden wichtig ist, die ihre Job-Chancen verbessern wollen: Für eine Weiterbildung ist es im Lebenslauf nie zu spät.

Nichts verpasst – zusammengefasst:

Im privaten Leben hat die digitale Transformation längst Einzug gehalten. Die Menschen substituieren bestehende Systeme und Dinge durch digitale, effizientere Lösungen. Genau dieser Prozess muss und wird auch in Unternehmen stattfinden. Denn es entstehen neue Erwartungshaltungen gegenüber Organisationen: Schnelligkeit und Innovation wird gefordert. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Geschäftsmodelle und -prozesse digitalisiert werden. Genannt wird das: Digitale Transformation. Um diese erfolgreich umzusetzen, bedarf es Verständnis, einen Plan und das Know-how in Unternehmen. Die treibende Kraft hinter diesem Prozess: Personen, die sich der digitalen Transformation annehmen. So entstehen neue Möglichkeiten für die Wirtschaft und neue Jobs für all jene, die der Transformation eine Chance geben. 

Ich lebe in Innsbruck und bin Redakteurin an der IU Akademie. Ich liebe gute Magazine, das Schreiben und die Berge - ob im Sommer zum Wandern oder im Winter auf der Piste. Wenn es für mich mal nicht in die Natur geht, rolle ich auch gerne die Yogamatte aus oder tausche die Tastatur des Laptops gegen die Tasten am Klavier.
Sinja Burgemeister
Autorin & Redakteurin IU Akademie
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