Weiterbildung ohne Abitur? Gleiche Chance für Alle.

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17.11.2021
Von Sinja Burgemeister


Persönliche Voraussetzungen und Chancen 

Weiterbilden sollte in jeder Lebenssituation und unabhängig des Bildungsstandes möglich sein – denn das ist das große Plus des lebenslangen Lernens: Es ermöglicht das Einschlagen neuer Berufswege, bessere Karrierechancen und zukunftssichere Jobperspektiven in jeder Lebenslage. Doch häufig stellen sich unsere Teilnehmenden vor der Weiterbildung die Frage „Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um eine Weiterbildung an der IU Akademie zu machen?“. Die wichtigste Voraussetzung einer geförderten Weiterbildungsmaßname ist der Wille, etwas Neues zu Lernen und die Motivation, das bestehende Know-how zu erweitern. Ist es also möglich, eine Weiterbildung ohne Abitur oder einen bestimmten Bildungsstand zu machen?

Basiswissen: Die Bedeutung der Weiterbildung

Weiterbildung setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Weiter und Bildung. Einfach gesagt, drückt der Begriff damit auch schon die Kernvoraussetzung für die Teilnahme an einer Weiterbildung aus. Es sollte eine gewisse Fachkenntnis, ein bestimmtes Know-how in dem Bereich vorhanden sein, der für eine Weiterbildung in Frage kommt, beziehungsweise der Bedarf gegeben sein, dass eine Weiterbildung zur Sicherung des Arbeitsplatzes benötigt wird, damit eine Förderung bewilligt werden kann. Das Ziel einer Weiterbildung ist immer die Erweiterung der bestehenden Kompetenz. Welche Ausbildung, oder welchen Schulabschluss die Person hat, die sich für eine Weiterbildungsmaßnahme interessiert, spielt dabei keine Rolle. Alles ist möglich - auch eine Weiterbildung ohne Abitur. Die berufliche Vorkenntnis ist ausschlaggebend.  

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Weiterbildung folgendermaßen: „Berufliche Weiterbildung dient (…) dem Ziel, aufbauend auf der Ausbildung, einer Erwerbsperson neue Qualifikationen zu vermitteln oder alte zu erhalten und aufzufrischen, um so nachhaltig die Beschäftigungschancen sicherzustellen und ein selbständiges Agieren auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“ Die Basis einer Weiterbildung ist damit die berufliche Erfahrung, nicht etwa ein vorhergehendes Studium oder ein bestimmter Schulabschluss. Denn lebenslanges Lernen sollte prinzipiell nicht vom Bildungsstand gebremst werden. Diesem Kredo folgen auch wir von der IU Akademie: Durch unsere Anbindung an die IU Internationale Hochschule ist es unseren Teilnehmenden möglich, eine Weiterbildung ohne Abitur und trotzdem auf Hochschulniveau zu machen. Das Wichtige bei einer Weiterbildung ist die berufliche Erfahrung sowie eine abgeschlossene Ausbildung, auf der die Weiterbildung aufbauen kann.  

iu-akademie

Kein Abitur? Kein Problem! 

Prinzipiell lässt sich also sagen: Egal welcher Schulabschluss und welche Voraussetzungen bestehen, es gibt immer eine Möglichkeit eine Weiterbildung ohne Abitur zu machen. Je nach Lebenssituation wird die Weiterbildung dann sogar mit dem Bildungsgutschein von der Bundesagentur für Arbeit gefördert. Denn es liegt nicht nur im Interesse der Arbeitsnehmenden, ihre Skill-Gaps zu schließen, sondern auch im Sinne des Staates. Wenn es nämlich darum geht, Arbeitssuchende langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist eine Weiterbildung ein probates Mittel.  

Die Voraussetzung für eine Förderung liegt dann im Ermessen der Bundesagentur für Arbeit und basiert im Normalfall auf den beruflichen Vorerfahrungen, die die Person mitbringt und nicht auf den schulischen Leistungen von früher.

Im Weiterbildungs-Fokus: Die Entwicklung des Arbeitsmarkts

Weiterbildungsangebote sollen sich am aktuellen Bedarf des Arbeitsmarkts orientieren und die Fähigkeiten vermitteln, die derzeit wirklich benötigt werden. Sie sind dafür gemacht, Skill-Gaps zu schließen, die im beruflichen Kontext bestehen. Daher ist es wichtig, dass Weiterbildungen unabhängig des Bildungsstandes für alle zugänglich sind – denn Know-how, das vor einigen Jahren noch das Jobprofil vollkommen erfüllt hat, kann schon heute oder in naher Zukunft nicht mehr ausreichen. Hier macht es keinen Unterschied, welcher Bildungsgrad vorliegt. Der schnelle Wandel am Arbeitsmarkt betrifft alle.  

Wer sich für eine Weiterbildung entscheidet, um die beruflichen Perspektiven zu verbessern, sollte daher auch die Möglichkeit dazu bekommen – ganz egal, ob mit oder ohne Abitur. Den Sinn hinter Weiterbildungen haben wir bereits aufgezeigt: Sie sollten bestehendes Wissen durch aktuelle Inhalte ergänzen und erweitern. Und genau hier liegt der springende Punkt: Eine Weiterbildung ist nicht mit der schulischen Ausbildung gleichzusetzen. Sie ist eine Möglichkeit, berufsbezogenes Wissen zu vermitteln. Und ist damit darauf ausgelegt, im beruflichen Kontext neue Möglichkeiten zu schaffen – für alle und Jede:n.  

Persönlich weiterentwickeln: Mit neuem Wissen wachsen

Eine Weiterbildung ist immer dann sinnvoll, wenn sie das bestehende Wissen erweitert, aktualisiert oder ergänzt. Doch nicht nur aus beruflichem Kontext ist es wichtig, lebenslanges Lernen zu verfolgen. Auch persönlich kann eine Weiterbildung so einiges bewirken.  

  • Weiterbildung macht glücklich:

    Erfolgsereignisse machen glücklich – und so ist das auch mit einer Weiterbildung. Wie eine Studie des EU-Projekts BeLL (Benefits of Long life Learning) unter Federführung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung ergab, fühlen sich die befragten Weiterbildenden den Anforderungen und Herausforderungen des Lebens insgesamt besser gewachsen, sind im beruflichen Leben zufriedener und seltener krank. Besonders bei Menschen mit niedrigerem (Aus-)Bildungsniveau kommt dieser Effekte noch deutlicher zum Tragen. Eine Weiterbildung ermöglicht es, verpasstes nachzuholen und sich selbst zu beweisen, dass mit Willen und Motivation so viel mehr möglich ist. Und dafür ist es nie zu spät.  

  • Weiterbildung stärkt das Selbstwertgefühl:

    Lebenslanges Lernen erhöht die Jobchancen und stärkt gleichzeitig das Selbstwertgefühl. Wenn schon einige Jahre der Berufserfahrung hinter einem liegen und neue, junge Kolleg:innen in den Arbeitsmarkt eintreten, kommt häufig das Gefühl auf, das eigene Wissen sei veraltet. Das schwächt das Selbstbewusstsein – eine Weiterbildung kann hier gegensteuern. Denn es ist keine Frage des Alters oder des Bildungsgrads, das Know-how auf dem aktuellen Stand zu halten. Mit neu erlerntem Wissen können sich Weiterbildende dem Konkurrenzdruck am Arbeitsmarkt mit gestärkten Selbstvertrauen stellen: Und das überzeugt - sowohl im Lebenslauf als auch im Vorstellungsgespräch. 

  • Weiterbildung gibt finanzielle Sicherheit:

    Es ist nicht zufriedenstellend in einer beruflichen Position zu verharren, die früher oder später von einem Stellenabbau betroffen ist. Doch genau in dieser Situation befinden sich viele Arbeitnehmende aktuell: Die Technologien verändern sich, die Digitalisierung schreitet voran und gewisse Berufe wird es in Zukunft nicht mehr geben. Daher können eine Weiterbildung und die Erweiterung des bestehenden Wissens positive Auswirkungen auf das eigene Gefühl der Absicherung und finanziellen Sicherheit haben: Wer sich mit einer Weiterbildung auf die Jobs der Zukunft vorbereitet, muss keine Angst vor den Veränderungen der Arbeitswelt haben. 

Ein Beispiel: Weiterbilden ohne Abitur

Die Ausgangssituationen der Weiterbildenden an der IU Akademie sind ganz unterschiedlich – so auch die von Sandra, unserer Absolventin. Sie hat nach der Elternzeit eine Weiterbildung zur Fallmanagerin Gesundheitswesen gemacht: Ganz ohne Abitur.  

Nachdem ich mich zwei Jahre Vollzeit meinem Kind gewidmet habe, wollte ich als alleinerziehende Mutter zurück ins Berufsleben. Aber in meiner alten Position, als Assistentin in einer Hausarztpraxis, habe ich mich nicht mehr gesehen, was sowohl finanzielle, als auch persönliche Gründe hatte.
Sandra
Fallmanagerin Gesundheitswesen

Sandra wollte eine neue Herausforderung annehmen und sich umorientieren. Sie konnte bereits eine Ausbildung und Berufserfahrung im Gesundheitswesen vorweisen, hatte jedoch kein Abitur - sie wusste zwar genau, dass sie ihr Wissen erweitern muss, um ihre beruflichen Ziele zu erreichen, dachte aber, dass aufgrund des fehlenden Abiturs eine qualitativ hochwertige Weiterbildung nicht möglich wäre. Daher fing sie an nach Möglichkeiten einer Weiterbildung zu recherchieren, hat die Angebote der IU Akademie online gefunden und gesehen, dass sie dort mit Bildungsgutschein eine geförderte digitale Weiterbildung machen kann. Außerdem waren die Kursinhalte auf Hochschulniveau und das, obwohl kein Abitur vorausgesetzt wurde. Bei der Agentur für Arbeit wurde ihre Weiterbildung, dank ihrer beruflichen Vorerfahrung, mit Bildungsgutschein bewilligt. Und den Mama-Alltag konnte sie dank der online Kurse weiterhin so gestalten, wie sie es wollte.  

Nichts verpasst – zusammengefasst:

Weiterbildungen sind nicht von schulischen Voraussetzungen abhängig, sondern von der beruflichen Erfahrung und dem Bedarf, der aktuell am Arbeitsmarkt herrscht. Daher ist eine Weiterbildung auch ohne Abitur oder Studium möglich und sinnvoll. Sie dient dazu, das aktuelle Know-how zu erweitern und Skill-Gaps zu schließen: Und das genau bei den Personen, die aufgrund ihres fehlenden Know-hows bereits arbeitssuchend wurden oder von Arbeitslosigkeit bedroht sein könnten. Gerade jetzt, wo sich die Arbeitswelt so schnell wandelt und durch die Digitalisierung neue Jobprofile entstehen, ist lebenslanges Lernen besonders wichtig. Ob mit oder ohne Abitur: Alle, die ihre Wissenslücken schließen wollen, um ihre Chance am Arbeitsmarkt zu verbessern, sollten das auch können. Bei uns an der IU Akademie ist das Abitur keine Voraussetzungen für eine Weiterbildung: Denn Bildung muss für alle zugänglich sein.  

Ich lebe in Innsbruck und bin Redakteurin an der IU Akademie. Ich liebe gute Magazine, das Schreiben und die Berge - ob im Sommer zum Wandern oder im Winter auf der Piste. Wenn es für mich mal nicht in die Natur geht, rolle ich auch gerne die Yogamatte aus oder tausche die Tastatur des Laptops gegen die Tasten am Klavier.
Sinja Burgemeister
Autorin & Redakteurin IU Akademie
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