Chancengleichheit durch Weiterbildung in IT und Technik

TRENDS | 5 MIN. LESEZEIT



31.01.2022
Von Sinja Burgemeister


Berufsrückkehrer:in? IT-Weiterbildung macht Sinn 

Wenn sich das Ende der beruflichen Auszeit nähert, beginnt die Suche nach einem neuen Job. Doch wo fängt die Such an, und wo hören die Möglichkeiten auf? Zurück in den alten Beruf oder vielleicht doch lieber einen neuen Job in einer zukunftssicheren Branche - wie zum Beispiel im Bereich IT? Die berufliche Neuausrichtung durch eine Weiterbildung in der IT-Branche kann sich richtig auszahlen, das zeigt der Bedarf am Arbeitsmarkt: Denn im Bereich IT und Technik besteht eine Unterdeckung der Jobs – und das, obwohl die IT-Branche eine der wichtigsten Zukunftsbereiche darstellt. Woran liegt das? Ein Problem ist offensichtlich und wird auch in unserer Studie zur Berufsrückkehr bestätigt: Die IT-Branche hat ein Image-Problem – und das insbesondere unter den weiblichen Teilnehmenden. Derweil ist dieses Image längst veraltet – IT kann kreativ, sozial und vielseitig sein.

Ruf vs. Realität: Aufklärungsbedarf für IT-Berufe

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„Es wäre längst Zeit für eine Kampagne, die das Image der IT-Branche umdreht.“ – das Zitat von Prof. Dr. Alexandra Wuttig, Kanzlerin IU Internationale Hochschule, fasst das „Problem“ der IT-Branchen gut zusammen. Denn so richtig beliebt sind Jobs und Weiterbildungen im Bereich IT und Technik nicht. Warum das so ist? Viele Befragte unserer Berufsrückkehrer:innen Studie – darunter vor allem Frauen – haben Vorurteile und Vorbehalte gegenüber IT-Berufen. Und das, obwohl die Relevanz von IT und Digitalisierung sichtlich steigt. Zudem ist der Fachkräftemangel im IT-Bereich akut, was die Branche zu einem echten Chancengeber macht - eigentlich. Denn die wenigsten können sich eine berufliche Zukunft im IT-Bereich vorstellen. Derweil gibt es aktuell insbesondere in dieser Branche gut bezahlte, offene Stellen am Arbeitsmarkt.

Das eigentliche Problem der IT-Branche liegt auf der Hand: Oftmals ist einfach nicht bekannt, was für Jobs, Berufsbilder und Möglichkeiten sich überhaupt hinter „IT“ verstecken. Der Ruf, der dieser Branche vorauseilt, stimmt nicht (mehr) mit der Realität überein. Denn heutzutage steckt hinter fast allen Prozessen und Lebensbereichen auch ein Stück Informationstechnologie.  

Über diese Veränderung muss aufgeklärt werden, denn die Realität zeigt, dass IT Jobs schon lang nicht mehr trocken und rein datengetrieben sind: Es gibt auch zahlreiche kreative und soziale Berufe in der IT-Branche. UX-Design und IT-Sicherheit sind nur zwei von vielen Bereichen in der IT, in denen Expert:innen ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Wir wollen den Ruf von IT verbessern und zeigen Dir fünf IT-Berufe und deren spannende Tätigkeitsbereiche: 

Webdesigner:innen

Als Schnittstelle zwischen Design und IT müssen Webdesigner:innen sowohl die Anforderungen der Nutzer:innen als auch die technische Umsetzung verstehen. In diesem IT-Beruf wird eng mit Entwickler:innen sowie Produkt- und Kommunikationsmanager:innen zusammengearbeitet, um von der Idee zur bestmöglich gestalteten, fertigen Website zu kommen. Hier ist Kreativität und Zielgruppenverständnis gefragt. 

Game Designer:innen

Ein echter „Game-Changer-Job“ steckt hinter dem Beruf Game Design: Denn Computerspiele zu entwickelten klingt doch alles andere als langweilig, oder? Game Designer:innen entwickeln und bedenken von der Spielewelt über die Geschichte bis hin zur Bildgestaltung und der Soundunterlegung alle Aspekte eines Spiels. Die Entwicklung des Spiel-Konzepts steht im Vordergrund – und spezialisierte Entwickler:innen setzen dieses im Anschluss in ein fertiges Produkt um.  

Softwareentwickler:innen

Wie auch UX-Spezialist:innen bearbeiten Softwareentwickler:innen die Frage, was ein Programm können soll und wie man das bestmöglich erreicht. Sie können sich auf unterschiedliche Aspekte eines Softwareprojekts spezialisieren – Frontend-Entwickler:innen beispielsweise gestalten die Optik einer Anwendung und bestimmen das Design maßgeblich mit.

Social Media Manager:innen

Zwar kling dieser Job erstmal nach einem klassischen Marketing-Job, doch mittlerweile benötigen auch Social Media Manager:innen solide IT-Kenntnisse. Sie müssen die Besonderheiten aller gängigen Plattformen kennen sowie dazugehörige Tools bedienen können. Nur so können die passenden Kanäle für das Unternehmen und die Zielgruppen ausgewählt und konkrete Strategien für die unterschiedlichen Kanäle erarbeiten werden. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, um mit den richtigen Inhalten, Bild, Videoformaten und Texten das Interesse der Zielgruppe zu wecken.  

Content Manager:innen

Wer kümmert sich eigentlich um die Veröffentlichung von Webseiten-Inhalte? Richtig – Content Manager:innen. Ihre Hauptaufgabe ist die Bereitstellung und Planung von Inhalten für die Online-Präsenz eines Unternehmens. Um das zu gewährleisten, müssen Marketing-und Content-Strategien entwickelt werden. Zu den täglichen Aufgaben gehören die Überwachung des Contents sowie die Einrichtung und Verwaltung des Content-Management-Systems. Studiengänge und Ausbildungen sind in diesem IT-Beruf noch selten – daher sind Weiterbildungen eine gute Möglichkeit, das Wissen in diesem Bereich zu erweitern. Denn der Bedarf am Arbeitsmarkt ist groß.

He - she - IT: Frauenpower in der IT-Branche

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Jede:r fünfte Berufsrückkehrer:in möchte sich im Bereich IT und Technik weiterbilden - das sind nur knapp 20% aller Teilnehmenden. Deutlich zu wenig, wenn berücksichtig wird, wie wichtig dieser Bereich bereits heute ist, wie schnell sich dieser weiterentwickelt und an Relevanz gewinnt. Auch laut Prof. Dr. Alexandra Wuttig ist eine Weiterbildung im IT-Bereich eine gute Idee, denn die IT-Branche ist aufgrund des starken Fachkräftemangels ein klarer Zukunftsmarkt. Wie bereits festgestellt, haben jedoch viele Teilnehmer:innen Vorurteile und Vorbehalte – insbesondere Frauen.  

Im Zuge unserer Studie „Zurück in den Beruf - gleichberechtig, gebildet, gefragt?“ sorgt Prof. Dr. Alexandra Wuttig, Kanzlerin der IU Internationale Hochschule (IU) und ehemalige Gleichstellungsbeauftragte, im Interview für Aufklärung – und zeigt, wie Frauen sich ihren Platz in der IT-Branche erobern können. 

Der Wiedereinstieg in den Beruf ist für viele ein Neuanfang und die beste Chance, um sich weiterzubilden. Welche Weiterbildung lohnt sich wirklich? Das hängt stark von den eigenen Interessen ab. Ein klarer Zukunftsmarkt aber ist der Bereich IT und Artificial Intelligence. Unternehmen suchen händeringend nach Personal. Gerade an Frauen mangelt es. Meine Erfahrung ist, dass ihr Interesse schnell geweckt wird, wenn sie einmal mit der Branche in Berührung gekommen sind.  

Aktuell ist deren Interesse an einer Weiterbildung im Gesundheitsbereich aber doppelt so hoch wie im Bereich IT. Woran liegt das? Das scheint an alten Rollenklischees zu liegen. Laut Studien der OECD ist es noch immer so, dass sich Mädchen eher in sozialen Berufen sehen und Krankenschwester werden wollen, während Jungen Führungspositionen anstreben. Dabei sind Gesundheitsberufe in der Regel schlechter bezahlt, sehr anstrengend und weniger flexibel, was Frauen beim Wiedereinstieg aber wichtig ist.  

In der Studie bezeichneten einige Frauen IT als emotionslos, „tote Materie“ und zu viel Mathematik. Wie entkräftet man solche Vorurteile? Ich glaube, dass die Herangehensweise an IT falsch ist. Wir sollten sowohl Frauen als auch Mädchen zeigen, was IT möglich macht. Dass man zum Beispiel einen Roboter bauen, Mode entwickeln oder Pflege unterstützen kann. IT legt für so viele gesellschaftliche Prozesse die Grundlage. Das ist alles andere als trocken und abstrakt, sondern sehr konkret und sozial. 

Wer könnte das Image verändern oder macht es bereits? Leider bewegt sich da nicht viel. Bei den wenigen weiblichen Vorbildern, die es aktuell gibt, heißt es, sie hätten sich in der IT-Welt „durchgesetzt“. Das ändert nichts an den Vorurteilen. Es wäre längst Zeit für eine Kampagne, die das Image der IT-Branche umdreht.  

Wo liegen zukünftig die größten Karrierechancen in der IT? Der Drang der Menschen, online einzukaufen, wird sicherlich noch viele Jahre anhalten und den gesamten Bereich relevant halten. Was neu entsteht, ist alles rund um virtuelle Realität. Es gibt Kunst, die nur noch online verkauft wird, oder Kleidung, die man nur auf Plattformen trägt. Das entwickelt sich alles so schnell, dass ein IT-Studium die perfekte Grundlage ist, um umschalten zu können oder selbst Ideen zu entwickeln, wie es in Zukunft weitergeht.

Wir sollten Frauen und Mädchen zeigen, was IT möglich macht. IT ist konkret und sozial.
Prof. Dr. Alexandra Wuttig
Kanzlerin IU Internationale Hochschule

Bereit für die Zukunft: IT-Weiterbildung für bessere Jobchancen

Gemeinsam mit der IU Internationale Hochschule führen wir regelmäßig Studien zu den Entwicklungen und Potentialen am Arbeitsmarkt durch. Der Bereich IT hat sich nicht zum ersten Mal im Zuge eine Studie als der Geheimtipp der Zukunftsjobs herausgestellt. Bereits in unserer Trendstudie „Upskilling“ im Jahr 2020 zeigte sich: Gebraucht wird alles, was die Automatisierung vorantreibt.  


Die Top-Jobs von heute und morgen:

Datenanalysten und –wissenschaftler:innen
KI- und Machine Learning-Spezialist:innen
Spezialist:innen für digitale Transformation
Big Data-Spezialist:innen
Informationssicherheitsanalysten
Projektleiter:innen
Software- und Anwendungsentwickler:innen
Datenbank- und Netzwerkspezialist:innen
Prozessautomatisierungs-Spezialist:innen

Unsere Auflistung zeigt: Die Top-Jobs der Zukunft werden vornehmlich der IT-Branche zugeordnet. Was das bedeutet? Dass eine Weiterbildung im Bereich IT und Technik sinnvoll ist - besonders für Personen, die zurück ins Berufsleben wollen, mit ihrem aktuellen Job unzufrieden sind oder einen Job mit besseren Zukunftsaussichten suchen. Denn in dieser Branche entstehen täglich neue Arbeitsplätze die aktuell noch nicht besetzt werden können. Und das, aufgrund von Skill-Gaps aber auch wegen der Vorurteile, die dieser Branche vorauseilen.  

Potential erkannt – Problem gebannt? Wenn der Ruf der IT-Branche verbessert wird und Frauen wie Männer den Willen fassen, im IT-Bereich die berufliche Zukunft zu sehen, eröffnen sich für Berufsrückkehrende und Quereinsteiger:innen völlig neue Jobchancen und Aussichten. Es geht nur darum, den Mut zu fassen, den persönlichen Skill-Gap durch eine Weiterbildung zu schließen und einer Branche die Chance zu geben zu zeigen, wie vielseitig sie ist und was sie wirklich kann: Und zwar zahlreiche Berufe hervorbringen, die die unterschiedlichsten Anforderungsprofile aufweisen - und sowohl kreativ, organisatorisch, sozial sowie datenbasiert sein können.  

Nichts verpasst – zusammengefasst:

Die IT-Branche ist eine der zukunftssichersten Branchen unserer Zeit: Täglich entstehen neue Jobs, der Bedarf am Arbeitsmarkt ist groß und das Angebot von arbeitssuchenden, die die gefragten IT-Skills abdecken noch nicht groß genug. Das macht den IT-Bereich zum Chancengeber – und eine Weiterbildung in IT und Technik zu dem perfekten Spielzug für einen garantierten Karriere-Kick. Dennoch trauen sich – vor allem Frauen – nicht, ihre berufliche Zukunft in der IT-Branche anzusiedeln. Ein Grund dafür ist das schlechte Image. Bei näherer Betrachtung der IT Jobs zeigt sich jedoch: Dieser Bereich ist so vielseitig, dass er für alle Quereinsteiger:innen und Berufsrückkehrer:innen einen interessanten Beruf bereithält. Denn das Spektrum der IT-Berufe reicht von kreativ bis sozial. Es wird also längst Zeit, dass die IT-Branche ihr veraltetes Image ablegt: Arbeitssuchende, die das rechtzeitig erkennen, eine Weiterbildung in IT und Technik machen und ihr Know-how erweitern haben die besten Chancen auf einen Job mit Zukunft.

Ich lebe in Innsbruck und bin Redakteurin an der IU Akademie. Ich liebe gute Magazine, das Schreiben und die Berge - ob im Sommer zum Wandern oder im Winter auf der Piste. Wenn es für mich mal nicht in die Natur geht, rolle ich auch gerne die Yogamatte aus oder tausche die Tastatur des Laptops gegen die Tasten am Klavier.
Sinja Burgemeister
Autorin & Redakteurin IU Akademie
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